WER DIE WAHL HAT, STELLT SICH DIE RICHTIGEN FRAGEN.

Der vergangene Wahlsonntag ist Geschichte. Es gibt Ergebnisse. Für die einen sind es die besten aller Zeiten, für die anderen das Gegenteil. Es gibt Sieger und Verlierer. Die Sieger haben naturgemäß alles richtig gemacht, und für die Verlierer sind – wenig überraschend – die anderen schuld.

Wir, das Volk, haben unsere Stimme hoffentlich am Sonntag nicht an der Urne abgegeben, sondern lediglich wieder eine Wahl getroffen.
Wir treffen jeden Tag eine Wahl, wir treffen jede Stunde, ja jede Sekunde eine Wahl. Meine ganz persönliche Sehnsucht ist, dass ich mir – und wir uns als Team – dessen bewusst sind und bewusst bleiben.
Wir haben jeden einzelnen Moment die Wahl, entweder im Reaktionsmodus vom Leben gelebt zu werden oder aber unser Leben zu gestalten und damit für uns und für andere die Herausforderungen aus einer kreativen, gestaltenden Haltung heraus zu meistern.
Es ist keine Option, unsere Stimme alle paar Monate abzugeben, um uns dann wieder der Fremdbestimmtheit hinzugeben. Und auch nicht, gegen alles Neue und deshalb Ungewohnte reflexartig in Widerstand zu treten, immer recht haben zu wollen und deshalb andere und damit letztlich auch sich selbst zu bekämpfen.
Wir können in jedem einzelnen Augenblick für uns selbst eine Entscheidung  treffen und so immer im Rahmen unserer Möglichkeiten Eigenverantwortung übernehmen, ein Commitment mit uns selbst und mit anderen vereinbaren, uns und die anderen verstehen und so auf spielerische Weise unsere größten Herausforderungen meistern.
Eine Entscheidung dafür zu treffen bedeutet, dass wir selber dran sind. Es braucht uns, jeden Einzelnen von uns.

Wenn es uns gelingt, nur das Wort „man“ in Verbindung mit einem Konjunktiv aus unserem Sprachgebrauch zu streichen, sind wir unserem persönlichen Auftrag ein wesentliches Stück näher und handlungsfähig!
Man sollte, man könnte, man müsste – von Redewendungen wie diesen fühlen wir uns nie wirklich angesprochen, selbst wenn wir diese Floskeln in Bezug auf uns selbst laut aussprechen.
Ich mache, ich kann – und ja – ich möchte mich auf spielerische Weise um das Klima in mir kümmern und schaffe damit eine Basis, mich auch um das Klima um mich herum zu kümmern.
Es sind selten die großen Manöver, die den entscheidenden Unterschied ausmachen. Es sind die vielen vermeintlichen Kleinigkeiten im Alltag, die eine Kultur gedeihen lassen, die mehr vom Nützlichen und Nährenden und weniger vom Schädlichen und Sinnleeren in Umlauf bringt.

Abschließend möchte ich noch dazu einladen, sich drei Fragen in Bezug auf ein konkretes Anliegen zu widmen und sich jetzt auf einen selbstbestimmten, verständnisvollen und spielerischen Herbst 2019 zu einigen.J

  1. Wie müsste es ein, dass es so ist, wie du es dir wünschst?
  2. An welchen Kleinigkeiten im Alltag erkennst du, dass es so ist, wie du es dir wünschst?
  3. Worin bist du dabei Vorbild durch Vorleben?

In diesem Sinne wünsche ich uns, dass wir in Bewegung bleiben und dass dadurch jeder von seiner Spielfeldhälfte aus mehr vom Nützlichen bewegt.

Wir sind in Verbindung,

Felix Gottwald

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