PRÄSENZ 2: DER RHYTHMUS, BEI DEM JEDER MIT MUSS?

Es war eine Meldung, aber kein Aufschrei. Die Befragung von 1.357 Betriebsratschefs in OÖ hat offenbart, was irgendwie keinen so wirklich wundert: in jedem zweiten Unternehmen gibt es akute Burnout-Fälle. Tendenz steigend. Das mit dem Wundern wird also noch kommen. Und der Irrtum, dass der Mensch im Job ein anderer sei, als außerhalb, hoffentlich gehen.

Hand aufs Herz: Wen überrascht der steigende Trend zum Burnout als unübersehbares Signal, dass die Balance im Leben nicht stimmt? – Eingefleischte Betriebsräte würden mich korrigieren: Es geht ja nicht ums Privatleben, es geht um die Bedingungen am Arbeitsplatz. Ich sage: Um die geht es auch, aber nicht nur…
Denn: Keiner von uns geht als verhauter Klon seiner selbst in die Arbeit, um dort dann Burnout zu kriegen. Das klingt logischer, als es in der modernen Arbeitswelt gesehen wird. Denn die Illusion, wir wären im Job „ein ganz anderer Mensch“ als überall sonst, ist Teil des Problems, dass immer mehr Menschen immer weniger fit für immer größere (auch berufliche) Herausforderungen sind.

Den ganzen Menschen sehen: Dafür setze ich mich in meinen Seminaren, Vorträgen und Trainingsprogrammen in Unternehmen ein. Nicht nur, dass alles andere kein förderliches Klima am Arbeitsplatz erzeugt. Noch dramatischer ist, dass durch die Stereotypen Menschen auf Funktionen beschnitten und begrenzt werden – und damit wichtige Aspekte erst gar nicht ins Unternehmen einbringen.
 So bleibt viel liegen. Für alle im Unternehmen, vom Besitzer bis zum Boten. Denn eines ist auch klar: Die Anforderungen werden nicht weniger – und es werden für gewöhnlich auch nicht mehr Menschen eingestellt, um sie zu bewältigen. Im Gegenteil. Die einzige Stellschraube, an der zu drehen ist – mit relativ geringem Aufwand und teilweise exorbitantem Output – wir erleben das in der Praxis ständig – ist die der mentalen, emotionalen und sozialen Kompetenz von Menschen in den Unternehmen. Die wichtige Basis-Ressource, die durch entsprechendes Training entwickelt werden kann: Präsenz. Die brauchen alle, von der Führungskraft bis zum Freelancer.

Analog zu meinem Beitrag oben, Thema Fußball: Zu viel Kopf, zu wenig Herz ist kein Plan A für Erfolg! Führen über Angst und Druck sowieso nicht! Das einzige, das Menschen, Teams und in der Konsequenz Unternehmen wirklich hilft, sich positiv weiterzuentwickeln, ist darauf zu achten, dass die elementaren menschlichen Bedürfnisse bestmöglich erfüllt sind:
 Sicherheit – Abwechslung – Wirksamkeit – Liebe und Verbundenheit – Entwicklung – Teilen und Beitragen.
 Dann ist alles möglich, nur eines nicht mehr: steigende Burnout-Raten.

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