ES IST WAS DRAN AM DRANBLEIBEN

Wer denkt, mir wäre die Tugend Disziplin in den Schoß gefallen, täuscht sich. Auch für mich war und ist konsequentes Dranbleiben nie ein Selbstläufer. Warum ich dennoch so gut wie nie einen Umfaller habe?

Gar nicht so selten, dass ich auf zwei harmlose Mythen über mich angesprochen werde. 1.) Meine Erfolge im Spitzensport seien direkte Konsequenz meines sportlichen Talents gewesen. Die Wahrheit: Zuerst wollten sie mich im Skigymnasium Stams nicht nehmen, dann rasch wieder loswerden. Es war also eher umgekehrt: Ich bin drangeblieben, erst war da Konsequenz und dann kam die Kompetenz. 2.) Mir wird von manchen eine angeborene Disziplin zugeschrieben. Stimmt leider auch nicht. Das wär mir schon aufgefallen. Aber siehe erstens: auch hier ist mir was eingefallen, wie ich Disziplin entwickeln kann. Mit dem Set arbeite ich auch heute noch – aktuell natürlich auch, wie viele von uns habe ich auch mein persönliches Fastenzeit-Projekt: kein Alkohol, keine Süßigkeiten, kein Kaffee (Fleisch lasse ich den Rest des Jahres auch aus).

47 Tage sind es heuer zwischen Aschermittwoch und Ostersonntag, wo meine Fastenzeit endet. Das schreckt mich selber mit dem Gedanken, nach keiner Skitour ein Bier bestellen zu können – also greife ich sofort zu:

Mindshift 1: Ich vergesse die 47 Tage und sage mir mantramäßig vor: „Ist ja nur für heute.“ Und das 47 Mal hintereinander. Ein Tag ist immer überschaubar.

Mindshift 2: Ich nagle mich fest. Ich suche mir möglichst viele Weggefährten, die auch irgendwas weglassen um was Anderes dazuzubekommen – das ist der große Wert der Fastenzeit, die Kraft des kollektiven Feldes. Und: Ich erkläre öffentlich bei jeder sich bietenden Gelegenheit, was ich heuer in der Fastenzeit alles nicht brauche ☺ Andauernd tue ich das – hält meine innere Fokussierung aufrecht. Und gibt mir das starke Gefühl von Commitment: Ich habe es zugesagt! Für die allermeisten von uns funktioniert dieser Satz großartig.

Mindshift 3: Rituale. Der Espresso fällt quasi gar nicht auf in meinem Alltag, wenn schon ein Tee dasteht, an dem ich nippen kann. Und was auch immer bestärkend ist, ist die Frage: Wann habe ich schon einmal so großartig durchhalten, dass ich noch heute von mir selber begeistert bin?

Es sind nur ganz einfache Impulse (als Gedanken in den neuronalen Netzwerken unseres Gehirns, als Handlung im Alltag), die uns diszipliniert sein oder scheitern lassen. – Eine große Rolle spielen die Impulse, die wir von außen an uns heran und in uns hineinlassen. In diesem Zusammenhang, weil die Fastenzeit eine Zeit des Glücks und eine Erholungsphase für die Seele sein soll, lege ich Ihnen allen das Programm der Energy Weeks (www.energyweeks.com) ans Herz, das ich gemeinsam mit Vossen entwickelt habe. Kleine Impulse, gute Gedanken, schöne Bilder – so gewählt, dass es inspirierend und bestärkend wirkt, was immer der Verzicht in der Fastenzeit ist.

Zurück