DIE STILLE FÜRS KARRIERE-NAVI

Ein gutes Beispiel für eine wertvolle Interaktion Medium – LeserInnen sind die Impuls-Gespräche des KURIER. „Was bin ich?“ war die Frage in der Diskussion um Karrierechancen – der Beginn der richtigen Antwort ist die Frage „Wer bin ich“.

Schön, wenn Medien ihrem eigentlichen Auftrag gerecht werden, das Wesentliche komplexer Themen für ihre LeserInnen so zu verdichten, dass die auch wirklich etwas davon haben. Die KURIER Impuls-Gespräche erfüllen beispielsweise diese Aufgabe, vor kurzem war ich zu dem Thema „Was bin ich – Warum Karriere heute nicht mehr planbar ist und man sich immer wieder neu erfinden muss“ als Keynote-Speaker eingeladen.

Nun: Die Arbeitswelt, in der man mit 16 in einer Firma zu arbeiten begann und mit 65 in derselben Firma in Pension ging, gibt es nicht mehr. Dafür einen rasanten Wandel mit ständig neuen, immer komplexeren Fragestellungen – Veränderung in einem Tempo, das meist höher ist als jenes unserer Anpassung.

Was also tun?

Die komprimierteste Antwort, die ich aus meiner Arbeit mit Unternehmen und der Begegnung mit tausenden TeilnehmerInnen in meinen Vorträgen, Seminaren, Trainings und Workshops geben kann: Unternehmen sind erfolgreich, wenn MitarbeiterInnen die Chance zur Entwicklung ihrer persönlichen Kompetenzen gegeben wird. Bei den vielen ungelösten Herausforderungen hier und jetzt, gibt es keine Patentrezepte, aber einen Satz, der auf jeden Fall stimmt: mehr Flexibilität ist besser als weniger. Der Satz gilt für den Einzelnen ebenso wie für jedes System.

Er ist weitreichend. Und braucht ein paar wesentliche Rahmenbedingungen: Um persönliche Kompetenzen entwickeln, innere Ressourcen und Potentiale entdecken zu können, reicht entsprechendes Training in Unternehmen alleine nicht aus – es braucht einen entsprechenden kulturellen Rahmen, in dem sich die Menschen existentiell sicher, in ihrer Persönlichkeit UND in ihrem individuellen Beitrag wertgeschätzt fühlen und in dem der Begriff Arbeit nicht als energieraubendes MUSS, sondern als motivierendes KANN erlebt wird.

Daraus folgt: Modernes Human Resource Management (HRM, früher: Personalwesen) sieht die Menschen in Unternehmen nicht einfach als Produktivitätsfaktor, sondern schafft Bedingungen, dass Menschen in Unternehmen ihre individuellen menschlichen Ressourcen und Potentiale besser entfalten, entwickeln und im Sinne des Ganzen auch besser nützen können. Das gelingt dort, wo Eigenverantwortung, Wertschätzung und Entwicklungsbereitschaft – mit allem, was es braucht – keine Lippenbekenntnisse, sondern gelebte Wirklichkeit sind. Erfolg in der Wirtschaft beginnt dort, wo aus gegeneinander und nebeneinander miteinander und aus miteinander füreinander wird. Für viele Unternehmen in Österreich ist das noch ein Weg und immer mehr machen sich auf den Weg, um in dieser Realität anzukommen.

Bedingungen sind wie sie sind. Chance und Kraft jedes Einzelnen liegen in der inneren Einstellung zu äußeren Bedingungen: das ist eine Wahl und eine Entscheidung und an dieser Qualität kann jeder arbeiten. Mit gefällt der Begriff „sensorische Sicherheit“: Wir drehen beim Laufen oder Wandern ja auch nicht jeden Stein um, bevor wir draufsteigen, nur um sicherzugehen, dass wir nicht umknöcheln. Wir verlassen uns auf unsere innere Kompetenz, wir geben uns selbst Sicherheit. Und mit jedem Mal, wo wir uns darauf einlassen, erlangen wir mehr Selbstsicherheit.

Die braucht es, weil es (siehe KURIER Impulsgespräche) tatsächlich für uns alle immer wieder darum geht, uns neu zu erfinden – was auch lustvoll sein kann. Eines möchte ich, für alle, die sich vielleicht in einem beruflichen Orientierungsprozess befinden, noch hinzufügen: Die Frage „Was bin ich?“ (beruflich) lässt sich einfacher beantworten, wenn Sie sich zunächst der Frage „Wer bin ich?“ (als Mensch) nähern. Vielleicht aus einem neuen, anderen Blickwinkel, wie bisher…

Und das ist jetzt die exakt richtige Stelle für die TeilnehmerInnen an unseren IM-PULS, RE-SOURCE und TRANS-FORM TAGEN in der Therme Loipersdorf. Ganze Aktenordner füllen ihre ganz persönlichen Erfolgsgeschichten mittlerweile. Meist haben sie durch ihr Engagement im Seminar und durch den Support der Gruppe Gleichgesinnter zu inneren Potentialen gefunden, die sowohl im privaten als auch im beruflichen Kontext zu elementar positiven Veränderungen geführt haben.

In der Zwischenzeit, das freut mich ganz besonders, gehen immer mehr Unternehmen dazu über, unsere Seminare fix in ihre Aus- und Weiterbildungsseminare zu integrieren. Auch bei den vielen Personal-ChefInnen und –Entwicklern in österreichischen Unternehmen, die unserer Arbeit als Trainer vertrauen, möchte ich mich für die Zusammenarbeit in gemeinsamen Projekten und Programmen herzlich bedanken.

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